Visual Culture Unit
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8 Virtual Culture

Univ. Ass. DI THOMAS LORENZ
Univ. Lect, DI(fh) FLORIAN GRUBER
LVA: 258.025 Elektronische Konstruktionen, 258.026 Research Lab VU 2.0 + UE 4.0h

All media work us over completely. They are so pervasive in their personal, politcal, economic, aesthetic, psychological, moral, ethical, and social consequences that they leave no part of us untouched, unaffected, unaltered. The medium is the massage. Any understanding of social and cultural change is impossible without a knowledge of the way media work as enviroments. - Marshal McLuhan.

Virtual Culture untersucht in einer Reihe von Vorlesungen die Auswirkungen neuerer Technologien auf die Kultur des Alltäglichen. Mit Beispielen künstlerischer Werke der Medienkunst (Rokeby, Hemmer, Benayoun, Gemeinböck, et.al.), Aufarbeitung philosophischer theoretischer Ansätze zum Einfluss der Medien auf die Gesellschaft (McLuhan, Sloterdijk, Lem, Zizek, Faucoult, Baudrillard, et. al.) und Vermittlung gegenwärtiger Entwicklungen auf medienrelevanten Gebieten (Elektronische Musik, Computerspiel, Internet, Design, Stadtforschung) wird die theoretische Grundlage für die Konzeption und weitestgehende Umsetzung eigener Ansätze zum Thema "interaktive Raumforschung" gelegt. Die auf dem im Vorlesungsteil aufgebauten theoretischen Fundament basierenden audiovisuellen Installationen werden nach Abschluss des Semesters in einer Ausstellung präsentiert.


THEMA

Thema von Virtual Culture ist die Einbettung elektronischer Medien in unseren Alltag und die Untersuchung der speziellen Bedingungen des Erscheinens medienbasierter Inhalte in öffentlichen, halböffentlichen und privaten Räumen. Ziel ist es Wege zu finden, Medien in diese Räume zu integrieren und Strategien zu entwickeln, welche Art von Informationen über die Funktionen Werbung und Nachrichten hinaus an diesen Orten von Belang sein können.

Privatheit und Einsamkeit sind dabei Begriffe, die das tagtägliche Passieren öffentlicher Räume ebensosehr charakterisieren, wie die Tatsache, das mediale Inhalte auch im Privaten oft in Form einer isolierten Aufmerksamkeit konsumiert werden.Im öffentlichen Raum kommt noch hinzu, das einem mediale Inhalte und Ereignisse fast ?zufällig? begegnen, das heisst das wir im Gegensatz dazu, wenn wir etwa ins Kino gehen, eine Ausstellung besuchen, im Internet surfen oder Fernsehen, in den seltensten Fällen selbst auswählen ob und was uns in Form digitaler Botschaften gegenübertritt.

Gerade im Kontext computergenerierter ?Ereignisse? spielt auch die Untersuchung der zeitlichen Aspekte solcher Erscheinungen eine wichtige Rolle, besonders dann, wenn sich mediale Inhalte mit den Orten an denen sie sich befinden überlagern und so ein Wechselspiel von realem und virtuellem Raum auftritt. Somit könnte eine Herangehensweise die Untersuchung der konstanten Vielfältigkeit eines täglich wiederkehrenden Ereignisses sein, dessen Form sich durch minimalen Unterschiede - sozusagen auf einem mikroskopischen Niveau - verändert. Während dieses im grossen Masstab das gleiche zu bleiben scheint - fügen sich die unterschiedlichen Aspekte eines medial angereicherten Ortes zu einem immer wieder neuen Gesamtbild zusammen. Kommt man wiederholt an einem solchen Ort vorbei, etwa auf dem Weg zur Arbeit, den man jeden Tag mit den selben Mitreisenden nimmt, entsteht eine Art sozialer Einheit die vor allem temporären Charakter hat und die sich durch die transitäre Funktion des öffentlichen Raumes, sowie durch die Notwendigkeit ihn zu einer ganz bestimmten Zeit zu passieren charakterisiert wird. Und sogar die Zusammensetzung einer solchen Gruppe von Personen wird sich dabei - wieder im Gegensatz zum Besuch eines Konzerts oder des Theaters - jedesmal unterscheiden.

Andere Ereignisse, die zur selben Zeit am selben Ort stattfinden, die verschiedenen Stimmungen der Passanten, aufregende oder langweilige Dinge die passieren während wir gerade vorbeigehen, die Tageszeit, die Dichte des Verkehrs und so weiter, sorgen gleichermassen für eine fortdauernde Modulation der Folge von ?Atmosphären? die einen bestimmten Ort charakterisieren.

Eine weitere Methode um die Eigenschaften einer Medienfläche / eines Medienobjekts zu betrachten, ist die Berücksichtigung seiner räumlichen Aspekte. Manche von ihnen können auf einen bestimmten Platz beschränkt sein, aber die sie umgebenden räumlichen Bedingungen nutzen. Andere mögen mobil sein (wie zum Beispiel ein Screen in der U-bahn) oder sogar eine autarke mobile Form annehmen. Ob sie als Spiegel das Geschehen ihrer Umgebung reflektieren, oder als Gerät verstanden werden, das die verborgenen Zustände des physikalischen Raums den es durchquert sichtbar macht, ob sie sich auf die umgebende (Stadt)landschaft als Szenerie beziehen oder ob die verwendeten Bilder und Töne von weit entfernten Orten erzählen.
Desgleichen erzeugen mediale Installationen nicht nur ?andere? Räume, sondern verändern auch die räumliche Konfiguration ihrer Betrachter und ihrer Aufmerksamkeit.

Die Aufgabe der Lehrveranstaltung ist die Konzeption und anschliessende Umsetzung eines Projekts, das sich mit dem Thema der medialen Implantation im öffentlichen/urbanen/privaten Raum auseinandersetzt. Vor allem sollen alternative Strategien der Verwendung elektronischer Medien - im weitesten Sinne - in Verbindung mit real existierenden Orten entwickelt werden, deren Funktion über den Einsatz als reine Informationsquelle hinausgehen.

Arbeiten:

Projekte Elektronische Konstruktionen PDF