Visual Culture Unit
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Bild: Ambient Art Lab

Univ.Ass. DI THOMAS LORENZ
LVA: 258.025 Elektronische Konstruktionen VU 2.0h

„Was Kunst ist, weisst Du ebensogut wie ich, es ist nichts weiter als Rhythmus. Und wenn das wahr ist, so belaste ich mich nicht mit Imitation oder mit Seele, sondern gebe Dir einfach Rhythmus mit jedem beliebigen Material: Busftickets, O?lfarbe, Holzklo?tze,[...] oder mit Worten in der Poesie, den Kla?ngen in der Musik, oder was immer Du willst. Darum schau nicht das Material an, denn das ist unwesentlich. [...] Das ist die Essenz aller Kunst, jedes Kunstwerk in der Geschichte mußte diese prima?re Forderung erfu?llen: Rhythmus zu sein, sonst ist es nicht Kunst.“ - Kurt Schwitters 

Nicht nur die Kunst sondern beinahe alle Bereiche des Lebens pulsieren heutzutage im Rythmus einer besonderen Disziplin, der Mathematik. Computer verwalten unza?hlige Aspekte unseres Alltags mittels mathematischer Beschreibungen, frei nach Vilem Flusser ko?nnte man von einer programmierten Realita?t sprechen. Technologien die auf mathematischen Modellen basieren, bestimmen unser Verhalten mehr und mehr, sei es der vorprogrammierte Radiowecker der uns zu einem mathematisch exakt definierten Zeitpunkt weckt, der Videorecorder der unser Geda?chtnis nicht nur automatisiert sondern es auch digitalisiert und komprimiert, oder das Mobiltelefon das unseren Aufenthaltsort aufdeckt und uns jederzeit verfu?gbar macht. 

Doch wie genau sehen solche Prozesse aus ? Mu?ssen Alltag und Kunst heute programmiert, berechnet werden, wie Flusser und auch andere sagen? Und wie ko?nnen wir selbst Einfluss auf diese „Programme“ nehmen ? 

Diesen Fragen soll im Rahmen der Lehrveranstaltung mittels der Betrachtung historischer und theoretischer Beispiele nachgegangen werden. Vor allem aber sollen die TeilnehmerInnen mittels der Entwicklungsumgebung Processing (www.processing.org) eigene kleine graphische Projekte 
realisieren um einen Einblick in jene Vorga?nge zu erhalten, die einer an Prozessen orientierten Wirklichkeit zugrundeliegen. Fu?r die Lehrveranstaltung sind keine Programmierkenntnisse oder dergleichen no?tig, Im Vordergrund steht die Entwicklung von ku?nstlerischen oder theoretischen Arbeiten die sich mit einfachen Mitteln die Mo?glichkeiten von Interaktion mit dem Betrachter und der dynamischen Erzeugung visueller Eindru?cke zunutze machen.

more:
www.ambientartlab.at



Arbeiten:

ss01-11 3D RAUM von Juan Carvajal