Visual Culture Unit
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4 Garden as community

Bild: "Macondo/Simmering", Elke Krasny 

Mag. ELKE KRASNY
LVA: 264.012 Architektur- und Bildwelten VO 2.0h


Vom Schrebergarten über die von Otto Neurath organisierte Wiener Siedlungsbewegung nach dem Ersten Weltkrieg bis zu den Victory oder War Gardens, vom Community Garden bis zum Guerilla Gardening, vom Nachbarschaftsgarten bis zum interkulturellen Garten, wird das Gärtnerische als eigenständige Praxis einer Raumgenerierungsstrategie, einer Landnahme im urbanen Kontext und eines Antriebs sozialer (Selbst)Organisationsformen, die sich wiederum räumlich ausdrücken, vorgestellt. 
In der Verbindung von historischen Linien und Denkfiguren mit aktuellen Entwicklungen werden sich im städtischen Handeln des Gärtnerischen auf der mikropolitischen Ebene die großen Bewegungen und die kollektiven Bildungproduktionen widerspiegeln und so eine Ideengeschichte dieser Formation des Gärtnerischen erzeugen: Krieg, Armut, Körperertüchtigung, Landnahme, Selbstorganisation, Nutzen, Informalität, Schönheit, Freiheit, Nachbarschaftlichkeit, Verantwortung, Verein, Pädagogik, Bottom Up, Top Down, Transversalität, Regeln, Grenzen, Überschreitungen, Illegalität, Partizipation, Globalisierung, Migrationsbewegungen, Kollaboration, Allianzen, Ökologie, Ökoästhetik. 
In der Lehrveranstaltung werden internationale Entwicklungen der selbstorganisierten Landnahme und der Auswirkungen dieser informellen Stadterweiterung auf urbane Gefüge und soziale Konstellationen vorgestellt ebenso wie internationale künstlerische und aktivistische Praxen, die das Gärtnerische als kollektivierende und stadtraumtransformierende Langzeitstrategie initiieren, einsetzen, aber auch institutionalisieren. 
Besuche bei Wiener Projekten und Diskussionen/Präsentationen durch deren AkteurInnen (wie Nachbarschaftsgarten Heigerlein - gartenpolylog, Selbsternte, erster Gemeindebau Nachbarschaftsgarten im Oscar Helmer Hof; Macondo in Simmering)

Ziele der Lehrveranstaltung:

Gruppenthemen zu Fragen von Bild und Architektur sollen ein vertieftes Verständnis zur Interaktion zwischen dem Allgemeinen und dem Spezifischen, dem Theoretischen und Empirischen erzeugen. Das Gärtnerische als kollektivierende und raumaneignende Praxis eröffnet dabei Perspektiven auf landnehmende Raumvorstellungen, Organisationsformen selbstorganisierten Handelns, gouvernmentale Interessen, informellen Urbanismus und die Rolle von Architektur als Erzeugungsmodus sozialer Beziehungen.


Ort: 
Seminarraum 2, Institut für Kunst und Gestaltung – TU Wien, Karlsgasse 11, 1040 Wien

Zeit: 
6 Blocktermine: jeweils Mo 10-14 Uhr: 19.10.2009, 07.12.2009, 14.12.2009, 11.01.2010, 18.01.2010, 25.01.2010

Arbeiten:


reisinger

THOREAU'S WALDEN CABIN AN REPLICAS von Karin Reisinger (60 mb, *.zip)


icon_app_bal_lat

GARTENZWERGE NANOLOGIE von Marlies Appel, Corinna Baldauf und Julia Latzko (mappe_w (pdf, 857 KB))


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GARDEN-SIMULATION + ONLINE COMMUNITY von Benedikt Außermair (G-Sim and Online-C_w (pdf, 2,035 KB)


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PRINZESSINNENGARTEN von Nadine Muhr (Prinzessinnengarten_w (pdf, 778 KB))


icon_onur-tammaro

COMMUNITY GARDENS IN HAVANA von Burcak Onur und Silvia Tammaro (cuba_presentation_w (pdf, 4,254 KB))

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WIENER WILD WINTER GARDENING von Christoph Lachberger, Julia Wildeis, Johannes Pilz, Johannes Muhr, Elena Rodas, Reinhilde Tschida, Lucas Woerdehoff, Markus Zimmermann, Lukas Böckle, Kathrin Dröppelmann