Visual Culture Unit
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DI ANDREAS KOFLER
LVA: 258.028 Medien in der Architektur- und Kunstvermittlung VU 2.0h

Die Lehrveranstaltung wird in Englisch und/oder Deutsch abgehalten. Anmeldung in TUWIS++ erforderlich!




Cujus est solum, ejus est usque ad coelum et ad inferos

When searching for the antonym of the word "border" the only accurate description ironically results being "no border." Most likely it is so difficult to find a contrary to the term, as the designation of a border also always includes its potential antipode, since any discontinuation along its perimeter would already imply its temporary failure or even total collapse. This fragility is not corresponding to the common perception of impassable and static borderlines, but de facto the reality of these conditions is far more vulnerable than their image. While a “border” is a line that indicates a boundary, “no border” is any interruption of it.
However, each border also has controlled moments of passage, defined as crossings – regulated openings in which the line is dashed or at moments simply erased in order to be later once again re-traced. These points are not only a necessity, but also very much important parts of a demeanor that represents the magnitude of the threshold. And although supposedly they would include all evidences to summarize the conditions that determined their necessity, the design and strategies behind these points have been far less examined than the limitation itself. 
As part of the research about this subject, a particular border situation should be identified and analyzed by both visualizing the border itself and its crossing points. The definition is not limited to geographic locations, but can be determined by geology, society, anatomy, law, politics, morality (etc.) or arbitrary viewpoints. Basically, everything ranging from large scales as e.g. the borders of the universe, to the Israeli West Bank barrier, or something as metaphorical as the borders of good taste, can be selected. 
Nevertheless it is important that the subject can be both described on a macro and a micro scale – by first understanding "the line" and locating it on an overall two-dimensional chart and ultimately displaying "the point" three-dimensionally in form a hyper-realistic, physical, diorama-like model. Additionally, a strategy of how to cross or by-pass the border crossing should be proposed, but also this approach can vary by being a legal, illegal, virtual, fictive or even intellectual strategy.



Cujus est solum, ejus est usque ad coelum et ad inferos

Die Suche nach einem möglichst treffenden Antonym für das Wort “Grenze” ist dermaßen unzufriedenstellend, dass die einzige passende Beschreibung wohl lediglich “keine Grenze” ist. Wahrscheinlich ist es so schwer das Gegenteil für diese Definition zu finden, weil eine Grenze auch ihren eigenen Gegensatz beinhaltet, da jede Unterbrechung oder Einstellung entlang ihres Umfangs auch ihr Scheitern herbeiführen könnte. Diese Fragilität entspricht noch viel weniger der allgemeinen Wahrnehmung der scheinbar undurchdringlichen und statischen Grenzlinien, aber die Realität dieser Konditionen ist de facto viel verwundbarer als Ihr Abbild. Während eine „Grenze“ eine Linie ist, die ein Territorium markiert, ist „keine Grenze“ jegliche Unterbrechung dieser.
Jede Grenze hat aber auch kontrollierte Momente der Öffnung, die als Übergange definiert sind – regulierte Lücken in denen die Linie strichliert oder momentan ausradiert wird, um dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder nachgezeichnet zu werden. Diese Punkte sind nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch wichtige Bestandteile einer Erfahrung die ihr Ausmaß definiert. Der Entwurf und die Strategien, die an solchen Stellen sichtbar werden, wurden aber bislang viel weniger analysiert wie die Limitation selbst, obwohl gerade diese Situationen Eindeutigkeiten und Beschaffenheiten freilegen würden. 
In diesem Kontext soll zuerst eine Grenze bestimmt und dann zusammen mit einem Übergang analysiert und visualisiert werden. Die Definition ist nicht auf geographische Bestimmungen beschränkt, sondern kann von Geologie, Gesellschaft, Anatomie, Gesetz, Politik, Moral oder eigenmächtigen Standpunkten bestimmt sein. Grundsätzlich kann alles in einem beliebigen Maßstab, der von den Grenzen unseres Universums, über die Israelischen Sperranlagen, bis hin zu den metaphorischeren Grenzen des guten Geschmacks reicht, untersucht werden. 
Nichtsdestotrotz ist es umso wichtiger, dass das Thema auf Makro und Mikro-Ebene analysiert werden kann: zuerst soll die „Linie“ zweidimensional festgehalten werden und dann der „Punkt“ dreidimensional in einem hyper-realistischen Diorama-artigen Modell verstanden werden. Zusätzlich sollen Strategien aufgezeichnet oder entwickelt werden, wie der Grenzübergang gesetzkonform, illegal, virtuell, fiktiv oder intellektuell durchquert bzw. umgangen werden kann. 




Ort: 
Institut für Kunst und Gestaltung, Seminarraum 2, Karlsgasse 11

Zeit: 
Block: 27.10.-05.11.2010

Beginn: 
Mittwoch, 27.10.2010, 14 Uhr


Gebrauchsgraphik