Visual Culture Unit
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3 Visuelle Kultur der Stadt

Foto: Helge Mooshammer

Dr. HELGE MOOSHAMMER
LVA: 264.094 Visuelle Kultur der Stadt VU 2.0h/2,5ECTS

Blocklehrveranstaltung
Fünf Termine: Dienstag, 16-19 Uhr: 16.10.2012, 30.10.2012, 27.11.2012, 04.12.2012, 18.12.2012
Ort: TU Wien, Institut für Kunst und Gestaltung, Karlsgasse 11, Seminarraum 2 (Halbstock)

Zur Vermeidung einer Terminkollision mit dem Vortrag von Prof. Pfaller im Wien Museum wird die LV Einheit vom Dienstag, 27. November 2012 auf 13.00 bis 16.00 Uhr vorverlegt.

Die für diesen Zeitraum ursprünglich angesetzte Vorlesung von Prof. Mörtenböck entfällt.



Die Macht der Stadt 

Seit Saskia Sassen 1991 den Begriff der Global City geprägt hat, ist der Wettlauf der Städte um ökonomische Vorherrschaft und technologisches Wachstum, um Wohlstand und Einfluss unangefochtene Handlungsanleitung politischer Verwaltung. Im Netzwerk globaler Knoten haben Städte im Boom um die Jahrtausendwende die Ebenen nationalstaatlicher Entscheidung und (mancherorts auch demokratischer) Verantwortung weit hinter sich gelassen.

Mit dem Krisendruck der letzten Jahre erfährt diese Entwicklung eine bisher nicht gekannte Steigerung: ganze Stadtregionen werden immer öfter und immer direkter als Gesamtes an ‚private‘ Organisationen übergeben. Alle Aspekte von Planung und Betrieb des städtischen Raums und Zusammenlebens werden so jeglicher gesellschaftlicher Mitsprache und Kontrolle entzogen. Dies reicht von der Frage des steuerlichen Haushalts bis zur Gültigkeit von Rechtssystemen.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus dieser zunehmenden Ballung ökonomischer Macht bei gleichzeitigem Entzug von gesellschaftlichen ‚Verträgen‘ und Übereinkünften? Welche Widersprüche und Widerstände in dieser Entwicklung entstehen gerade aus dem sozio-kulturellen Gewebe von Stadt selbst?

In der Lehrveranstaltung werden die kulturellen Dimensionen dieser Entwicklung in textlichen und bildlichen Arbeiten analysiert. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Verbindung von mikro- und makroräumlichen Aspekten, um so ein besonderes Verständnis für die unterschiedlichen Handlungsräume verschiedener Akteure und Interessen zu entwickeln.


Lehrziel
Die Lehrveranstaltung VISUELLE KULTUR DER STADT beschäftigt sich mit aktuellen künstlerischen Forschungsansätzen zum urbanen Raum als zentralem Schauplatz gesellschaftlicher Veränderungen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der kritischen Auseinandersetzung mit dem sich neu entwickelnden Aktionsradius relationaler Theorien und performativer Praktiken. Ziel dieser Erörterungen ist die Entwicklung eines Verständnisses für die generativen Möglichkeiten visueller Kultur im Zusammenspiel von sozialen, politischen und ökonomischen Strukturen und darauf aufbauend die Einbindung kultureller Kompetenz in das architektonische Handlungsfeld.


Lehrinhalt
Der weltweite Trend zur Urbanisierung ist ungebrochen. Im Jahr 2025 werden geschätzte zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Als Teil der globalen Mobilisierung von Menschen und Gütern, Kapital und Ideen wird eine Mehrheit der zukünftigen StadtbewohnerInnen aus ländlichen Gebieten oder anderen Ländern kommen. Städtische Räume werden damit zu einem der wichtigsten Schauplätze des Aufeinandertreffens unterschiedlicher Kulturen, ihrer Verhandlung, Vermischung und Weiterentwicklung. Architektur ist nicht nur Ausdruck dieser Veränderungen sondern ein zentraler Ordnungsfaktor in dieser Entwicklung. Die Lehrveranstaltung VISUELLE KULTUR DER STADT spricht diese Dynamiken entlang von künstlerischen Projekten, wissenschaftlichen Fallstudien und grundlegenden Theorien zur Globalisierung sowie im selbständigen Erarbeiten von Projekten an. Zentrale Fragestellung für diese Übungsarbeiten ist das Zusammenspiel der gesellschaftlichen Wirkung architektonischer Aktivitäten und sich verändernder kultureller Bedeutungen im Spannungsfeld von lokalen Gegebenheiten und globalen Prozessen. Jährlich wechselnde Themenstellungen reichen vom urbanen Vermächtnis der globalen Finanzkrise über subkulturelle Ermächtigungsräume in der Neudefinition sozialer Rollen bis zur Stadt als Ordnungsschleuse für die Ströme von Migration und Macht.

 


Studierendenprojekte

Pohl (PDF, 200 KB)