Visual Culture Unit
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5 Regime des Visuellen | LVA: 264.097

Bild: Stefanie Wuschitz

 

Projektass.(FWF) Dr.rer.soc.oec. STEFANIE WUSCHITZ
LVA: 264.097, Regime des Visuellen VU 2,0h/2,5ECT


Einführung:
 10. Oktober 2016, 10:00 Uhr
Ort: Seminarraum 8, Hauptgebäude TU Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien

 

DATA PUBLICS

Wir generieren mit jeder digitalen Artikulation Daten, die der Stoff sind, aus dem mächtige regulations-Algorithmen komplett neue, stark umkämpfte Märkte schaffen. Auch die kleinste Geste eines Users gewinnt ungeheure Wirkungskraft, erreicht tausende Menschen, wird für Jahrzehnte gespeichert, kopiert, verkauft. 

Aus "Big Brother" wurde "Little Mother", also eine ( User_innen in intimste Sphären begleitende, gut vertraute) Technologie, um das eigene Leben zu gestalten. Die synchronisierte Übersetzung zwischen unterschiedlichen Medien und deren Formaten ermächtigt User_innen weiters in einem nie geahnten Radius Kontakt aufzunehmen, Bericht zu erstatten, Material zu veröffentlichen, Einfluss zu nehmen.

Doch Wissen fliesst nicht unproblematisch und reibungslos von A nach B. Die Infrastruktur, die dafür benötigt wird, wird von Akteuren wie z.B. Google gemäß des Prinzips der Profit-Maximierung zur Verfügung gestellt und weiter ausgebaut.

Ein anderer Aspekt der "Data Publics" ist die Positionierung der User_innen:

Mei Zhan hat den Begriff "worlding" geprägt, um Phänomene zu beschreiben, die zeitgleich an unterschiedlichen Orten stattfinden und dabei ‚globalisiert‘ scheinen. Tatsächlich jedoch höchst unterschiedliche, sozio-kulturell und historisch bedingte Formen und Codes generieren. So mögen zwar Informations-Formate standardisiert sein, die Informations-Inhalte hingegen sind es nicht, sondern bleiben dem Spiel der kulturellen, temporären Gestaltung unterworfen.

Am Ende werden vielleicht Unterschiede, Bruchstellen, Reibungsflächen in einer Welt der automatisierten Daten nicht verschwinden, sondern sich neu formieren, geprägt durch die jeweils vorgefundene "menschliche Infrastruktur".

Davon sind viele Bewegungen betroffen, die von globalisierten Informations-Infrastrukturen ermöglicht zu sein scheinen, aber von menschlicher Infrastruktur getragen werden. Zum Beispiel "Der arabische Frühling"‚ "The Maker Movement", ‚ "Traditionelle Chinesische Medizin", oder "Queer Culture".

Es drängt sich die Frage auf, wie diese "beiden Infrastrukturen", also die lokale, menschliche und die globalisierte, digitale zusammenspielen oder sich gegenseitig bedingen.


Wir lesen Text Ausschnitte folgender Autorinnen:
Keller Easterling, Lisa Gitelman, Silvia Lindtner, Lucy Suchman, Mei Zhan

 

Änderungen vorbehalten!

https://tiss.tuwien.ac.at/course/courseDetails.xhtml?windowId=afb&courseNr=264097&semester=2016WTISS